Auf Schnitzeljagd: Das System Schwein als Film - +43


Akut

Das Schnitzel ist wohl mit Abstand der liebste Leckerbissen der Österreicher. Nicht umsonst hat sich die Aufklärungsplattform Land schafft Leben mehr als 1 1/2 Jahre auf eine regelrechte Schnitzeljagd begeben. Von der Ferkelgeburt bis zum Tod im Schlachthof, alle Stationen eines kurzen Schweinelebens sind in einer Video-Reihe akribisch dokumentiert. Am 7.11. wurde die acht-teilige Filmreihe über das österreichische Schweinefleisch-System vom Verein Land schafft Leben der medialen Öffentlichkeit präsentiert. Noch nie zuvor gab es so viel Transparenz in der Fleischwirtschaft.

Ganzheitliche und unterhaltsame Betrachtung

Noch immer kennen Konsumenten „zum größten Teil schöne Werbebilder oder Skandale“, sagt Hannes Royer, Initiator und Obmann von Land schafft Leben. „Wir zeigen die Realität. Transparent und ohne zu werten.“ Das acht-köpfige Team mit Sitz in Schladming arbeitete umfassend an den Inhalten rund um das Schwein. Kern der Tätigkeiten der seit 2014 gegründeten Informationsplattform ist das Bewusstsein für den Wert von in Österreich erzeugten Lebensmitteln beim Konsumenten zu festigen. Das Schweinefleisch ist das zehnte erarbeitete Nahrungsmittel. Für das Ergebnis wurde mit mehr als fünfzig Institutionen und Betrieben aus der Landwirtschaft, Forschung und Bildung, dem Tier- und Umweltschutz, der Verarbeitung, dem Verkauf, der Kontrolle und Qualitätssicherung bis hin zu Ministerien kooperiert. Das tiefgehende Repertoire an aufwendig aufbereiteten und humorvoll zusammengestellten Informationen ist frei auf der Land schaff Leben-Webseite und ihrem –YouTube-Kanal zugänglich.

Seit Februar 2016 arbeitete das acht-köpfige Team gemeinsam mit mehr als fünfzig Institutionen an den Inhalten rund um das Schwein.

Liebes Schnitzel – was wurde aus dem Schwein gemacht?

„Artgerecht. Das ist ein sehr guter Begriff, den wir hier verwenden können, inwieweit wird das Haltungssystem der Art des Schweines gerecht? Das Perfekte werden wir nie erreichen, weil es um Tierhaltung geht und nicht um Wildtiere. Also wir schränken immer irgendwo das Tier ein.“, sagt Christine Leeb, Institut für Nutztierwissenschaften der Boku Wien, im letzten Video „Tierethik, Tiermoral vs. Öknomie“ der Filmreihe zum Schwein. Das moderne Schwein wird gemäß den Wünschen des Handels, des Konsumenten, des Schlachthofs und des Bauerns gezüchtet. Es wird in eher kleinstrukturierten Familienbetrieben auf einem Vollspaltenboden ohne Auslauf bis zur Schlachtreife von sechs Monaten mit vorwiegend regional angebauten Rohstoffen und mit einem Anteil an 15 Prozent importiertem gentechnisch verändertem Soja gemästet. Am Schlachthof wird es mit CO2 oder einer Elektrozange betäubt. Biologische Haltung beträgt nur etwas mehr als zwei Prozent. Diese ist mit einem befestigten Auslauf, Stroh zum Wühlen und mehr Platz pro Tier sowie weitere Anforderungen, erheblich teurer.

98% der österreichischen Schweine werden konventionell gehalten. Hier sind konventionell gehaltene Zuchtsauen und ihre Ferkel in der sogenannten Abferkelbucht.

Verantwortung übernehmen

Eine Kaufempfehlung gibt der Verein jedoch nicht. Der Verein verfolgt den Ansatz der Dokumentation und wünscht sich möglichst viele User in der breiten Massen zu erreichen. Fußend auf dem Wissen um die Zusammenhänge der Produktion soll der Konsument mündig sein. „Die Konsumenten können sich selbst ein Bild machen. Bei der Wahl eines Produktes entscheidet der Konsument so über Art und Weise der Produktion mit.“, meint der Vereinsobmann, der zu bedenken gibt, dass der Konsument stark über die Zukunft der Erzeugung in Österreich mitentscheidet. Möge die Schnitzeljagd ein glückliches Ende finden und das Übernehmen von Verantwortung für das eigene Handeln beginnen.

Hannes Royer präsentiert die Ergebnisse der umfassenden Arbeit zum Schwein der medialen Öffentlichkeit am 7.11.2017 in Wien.

Das Schwein in Zahlen

Alle Filme zum Schwein von Land schafft Leben

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Land schafft Leben zeigt transparent ohne zu werten die Wertschöpfungkette österreichischer Lebensmittel. Der Verein wurde 2014 vom Bergbauer Hannes Royer gegründet. Ziel ist es, den Konsumenten eine bewusste Kaufentscheidung fußend auf dem Wissen um die Zusammenhänge der Lebensmittelerzeugung, zu ermöglichen.