Das Rätsel der Menschheitsfrage, was nach dem Tod kommt, ist gelöst: Der Steuerbescheid


Akut

Die große Menschheitsfrage, was nach dem Tod auf uns zukommt, scheint nun geklärt. Wenn es nach der SPÖ geht, kommt der Sterbesteuerbescheid für Ihre Lieben. Was als Reichensteuer allzu viel versprochen hat, endet letztlich als Todessteuer.

Im August war die Welt für Vanessa und Franz B. und ihre zwei Kinder Luis (16) und Kurt (14) noch heil. Der Tischler lebte im Haus in Leonding neben seinem Gewerbebetrieb mit fünf Bediensteten – da sind Franz (53), Bernhard (30), Moni (25) und der Lehrling Peter (17). Vanessa hat die Buchhaltung erledigt.

Szenario 2018: Was passiert nach dem Tod?

Im Oktober kam es zum Unglück, der ihr Leben verändern sollte: Auf der Fahrt nach Wien, wo Franz Kunden besuchen wollte, wurde der Familienvater durch einen Schnellfahrer abgedrängt und verunglückte tödlich. Neben der Tragik des Unfalls, kam eine weitere niederschmetternde Nachricht für die Familie und die Angestellten mit dem Sterbesteuerbescheid des Finanzamtes. Binnen kürzester Frist sollten 480.000 Euro überwiesen werden. So viel liquide Mittel gab die Tischlerei bei weitem nicht her: Der Betrieb muss verkauft werden, die Existenz des Betriebes ist zerstört. Sohn Luis hätte einmal Tischler werden wollen. Doch dazu kam es nicht. Nie mehr.

Leben nach dem Tod? Eines ist sicher: den Kindern flattert ein Steuerbescheid ins Haus.

Ein Leben lang gearbeitet, damit es die Erbschaftssteuer besser hat?

Ähnlich trifft es Manuela S., ihren Mann Bernhard und ihre drei Kinder, Severin (7), Paula (4) und Max (1). Sie lebten in Klosterneuburg im Haus der Großmutter. Nach jahrelanger Pflege der Oma kam es nach ihrem Tod der Großmutter kam zu einem längeren Verlassenschaftsverfahren. Danach der Schock: Zwei Wochen später flatterte ein Brief des Finanzamtes mit einem Sterbesteuerbescheid über die Höhe von 250.000 Euro ins Haus. Die Einkommensverhältnisse lassen eine Bezahlung nicht zu. Manuela S. ist in Karenz, ihr Mann verdient 3.500 Euro brutto. Die junge Witwe muss das Haus der Oma verkaufen, eine Wohnung mieten und wird mit iher jungen Familie wahrscheinlich in eine andere Gegend ziehen.

Derartige Schicksale häufen sich, seit das neue Parlament die Erbschaftssteuerreform 2018 beschlossen hat. Wie bekannt wurde zur Deckung der Haushaltslücken der sozialistische Vorschlag von 2014 umgesetzt. Der Eingangssteuersatz liegt bei 25%. Bundeskanzler Kern hatte sich darüber hinaus auf die Besteuerung des Verkehrswertes festgelegt.

So oder ähnlich könnte die Berichterstattung im Jahr 2019 aussehen, wenn die Absicht eine Sterbesteuer bzw. Erbschaftssteuer einzuführen gesetzliche Realität worden war.

Was heißt hier Sterbesteuer?

Wollen Sie jetzt Ihre Lieben schützen, vor dem was sie niemals wollten. Dass Ihre Familie augenblicklich vor dem Nichts stehen kann und es stattdessen, die Erbschaftssteuer einmal besser hat. Dafür haben Sie sicher nicht Ihr ganzes Leben lang gearbeitet. Denn: Auch so kann man Zukunft abschaffen, bevor sie überhaupt noch da ist.

Der Begriff “Sterbesteuer” oder “Todessteuer” stammt übrigens von der US-amerikanischen „Death Tax“. Der Begriff prägt seit den 80erJahren die steuerpolitische Diskussion der USA. Seine Einführung sollte das Vorverständnis zu dieser Steuer verändern, genauso wie das etwa der Begriff „Reichensteuer“ tut. Politische Realität wird über Sprache und Begriffe geschaffen. Begriffe machen Politik. Und Politik prägt Begriffe. Die Wahrheit richtet sich je nach persönlicher Betroffenheit zwischen Reichensteuer und Todessteuer aus. Nur leider kann eine Sterbesteuer viel mehr persönliches und in der Folge gesellschaftliches Unheil anrichten, als eine Reichensteuer für die Allgemeinheit einzulösen versprochen hat.