Precision Farming: was tut sich diesbezüglich in Österreich?


Innovation

Precision Farming verspricht weniger Dieselverbrauch, Effizienz beim Düngen und beim Säen – kurzum der Wunschtraum jedes Ackerbauern. Geoprospectors aus Traiskirchen will Landwirten helfen, ressourcenschonender zu arbeiten. Aber auch im Straßenbau ist die Lupe, die Erdoberflächen durchschaut, hilfreich.

Ist der Erdboden sandig oder lehmig? Wie sieht es mit seiner Leitfähigkeit und seiner Kompaktheit in unterschiedlichen Bodentiefen aus? Das sind Fragen, die ein Landwirt beantworten können will. Schwere, lehmhaltige Böden sind zwar fruchtbar, verschlucken aber auch hunderte Liter von Diesel je Hektar. Das niederösterreichische Start-up Geoprospectors hat mit dem Topsoil Mapper ein neuartiges System entwickelt, das alle relevanten Bodendaten automatisiert und berührungslos erfassen kann.

Landwirtschaft 4.0 heißt auch „Precision Farming“

Precision Farming heißt der Trend, der das bäuerliche Wirtschaften vom händischen Harken und Sicheln, in Richtung automatisierter Bewirtschaftung bringt. Boden wird knapp. Und immer mehr sollen Output mit Ressourcenbewusstsein einhergehen. Da drängen sich Systeme zur Optimierung der Abläufe in den Fokus – auch in der Landwirtschaft. Dank der Tüftelei von Geoprospectors fahren Bauern ihre Felder ab. Ein Topsoil Mapper, so heißt die Sensorik, wird aufgepflanzt und tastet mit Induktion und Radar die Bodenbeschaffenheit ab. Das funktioniert nicht nur am Acker, etwa bei der Kartierung von Feldern, sondern auch im Straßenbau, wo etwa Leitungen sondiert werden müssen. Nett dabei ist, dass die Sonde direkt mit der Landmaschine redet und beispielsweise die Saatgutmenge oder die Bearbeitungstiefe steuern kann. Was man in Traiskirchen gleich dazusagt, dass das System für relativ große Ackerbauern sinnvoll ist. „Wer mehr hat, hat mehr davon. Neben Deutschland, Ungarn, Rumänien oder Großbritannien ist der US-amerikanische Markt interessant für uns. Dort gibt es eine gigantische Zahl an 1.000 Hektar Ackerbauern“, freut sich Mitgründer Matthias Nöster auf den geplanten Expansionskurs, für den auch noch Investoren und Industriepartner gesucht werden.