Saatgut retten! - +43


Innovation

Was ist ein Open-Source-Lizenz-Saatgut?

Der Beitrag vom Bayrischen Rundfunk zeigt den Unterschied zwischen Hybrid- und samenfesten Saatgut, ein Best-Practice-Beispiel zur Saatguterhaltung in Bayern und was unter einer Open-Source-Lizenz für Gemüsesorten zu verstehen ist.

Die Universität Göttingen hat die weltweit erste Open-Source-Lizenz-Gemüsesorte, das Gegenteil eines Patents, auf den Markt gebracht. Mit dem Kauf des „Sunviva“-Tomaten-Saatguts, hat man das Recht sie weiter zu züchten und trägt dazu bei, die Artenvielfalt zu erhalten.

In Bayern hat ein Pärchen sich zum Ziel gesetzt Saatgut zu retten. Sie wollen die Saatgut-Schätze bewahren, bevor sie aufgebraucht sind. Dafür haben sie die erste Samenbox und einen Tauschgarten in Bayern entwickelt. Jeder kann Saatgut und Samen bringen oder mitnehmen und zu Hause anbauen.

F1 Hybrid-Saatgut ist nicht selbst-vermehrend. Würde das Saatgut wieder verwendet werden, würde es nicht dasselbe gewünschte Ergebnis wie im ersten Jahr erreichen. Das bedeutet jedes Jahr muss neues Saatgut für den Anbau gekauft werden. Zudem holen sich Saatgutfirmen Patente für zwar gezüchtete, aber auch natürlich vorkommende, Eigenschaften bei Gemüse und Obst, z.B. Resistenz gegen Krautfäule. Z.B. gibt es den Monsanto-Brokkoli. In der EU gilt zwar ein Patentierungsverbot auf Zuchtverfahren, daraus gewonnene Pflanzen und deren Erzeugnisse. Jedoch scheitert es in der Umsetzung. Das Bewusstsein unter Konsumenten hinsichtlich der Vermehrungsfähigkeit von Saatgut ist begrenzt.

Sunviva-Tomaten

"Sunviva" heißt sie und mit ihr ist eine echte Revolution geplant. Die neue Tomatensorte gehört zu den ersten Pflanzen mit einer sogenannten Open-Source-Lizenz. Das heißt: jeder darf sie kostenlos verwenden, weiterpflanzen und verkaufen. Das passt den großen Pharmariesen und der Agrarindustrie, die ihr Saatgut immer mehr patentieren wollen, gar nicht.

Posted by quer on Montag, 8. Mai 2017