„Ich wähle Bauernbund!“ - 5 supercoole Gründe für große Stadtkinder


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Als Stadtmensch Bauernbund wählen!? Aus Überzeugung??? Wie soll das gehen? Dafür gibt’s einige ziemlich gute Gründe, die für dich auch dann infrage kommen, wenn du keinen Traktorführerschein und keinen blassen Schimmer davon hast, wieviel Liter eine Kuh täglich säuft. 

Hier der Grund Nr. 1:  

Es ist Sommer, es duftet nach Erde, Sonne und Regen. Du magst gern duftende Marillen aus der Wachau statt grasgrüner Vorernte in der Plastiktasse. Du liebst heimische Paradeiser und keine Gemüsemassenware aus dem spanischen Plastikmeer? Milch von den Bergbauern ist dir lieber als ein überzuckerter Joghurtdrink von Müller Milch? Siehst du. Damit hast du ja schon mal eine ganz grundlegende Entscheidung getroffen. In Österreich kümmern sich 32.000 Milchbauern um 450.000 Rinder. Die Milchkühe stehen mit einer Handvoll Kolleginnen im Stall. In Österreich  durchschnittlich so um die 20. Oder auf einer der 60.000 Almen. Freilich gibt’s auch größere Betriebe. Trotzdem bleibt der Unterschied zu einem industriellen Stall wie in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern riesig. Dort gibt’s im Durchschnitt gleich einmal 300, 400 Kühe auf einen Satz. Übrigens, falls du das wissen wolltest, aber dich nicht zu fragen trautest: Eine Kuh säuft bis zu 180 Liter Wasser pro Tag (!).

Grund Nr. 2: 

Österreich hat mehr als 160.000 Bauernhöfe. Immer noch. Das ist viel. Im Vergleich zu anderen Ländern. Ein durchschnittlicher Bauernhof erstreckt sich in Österreich auf, sagen wir,  20 ha. In Deutschland sind es 50 Hektar und in Tschechien fünfmal soviel – also 100 ha. Was Österreich da macht, ist für internationale Verhältnisse schrebergartenlike. Vielfach geht sich das wirtschaftlich auch nur deshalb aus, weil viele Bauernhöfe aus der Nebenerwerbsarbeit querfinanziert werden. Eh kann man sich da, voller Berechtigung fragen, ob nicht alles effizienter, kostengünstiger, weniger arbeitsintensiv ginge. Ob es den einen oder anderen Hof ganz hinten im Tal noch braucht. Oder ob der zusperren soll, weil die Extratour, die der Milchwagen fahren muss zu teuer kommt. Alles kann man hinterfragen. Alles kann man ändern. Aber damit ändert sich auch das Gesicht Österreichs. Vielleicht gefällt dir aber genau dieses Gesicht.

Ein dritter Grund: 

Du magst also dieses Österreich – im Sommer wie im Winter. Du magst die Landschaft, die Täler, die gemähten Wiesen. Bist du unterwegs, dann du freust dich, wenn du irgendwo einen Heuschober aufgetürmt siehst. Oder ein Pferd? Oder ein paar Hühner vor einem Stall? Grasende Kühe auf der Weide? Ein abgemähtes Feld oder einen frisch umgebrochenen Acker? Das ist Deine Heimat. Ob du am Land oder in der Stadt lebst, ist auf den ersten Blick nicht so entscheidend. Heimat ist kein Handschuh, den man anzieht und wieder abstreift. Heimat ist ein Wert, den man lebt. Heimat und eine nachhaltige Landwirtschaft – das sind die österreichischen Bäuerinnen und Bauern und ihre Nahrungsmittel. Heimat findest du in regionalen österreichischen Nahrungsmitteln oder beim Dorfbrunnen, im Landgasthaus oder auf Bauernmärkten. Heimat ist ein echtes Bekenntnis, nicht politisches Blabla oder Marketing für Gewinnmaximierung.

Wenn dir das vorige nix geholfen, dann vielleicht noch ein 4. Grund.  

Du kennst keine Bauern, findest aber okay, dass am Land auch Leute leben. So hält man wenigstens den öffentlichen Verkehr aufrecht. Und du kannst auch mal rausfahren, Landluft schnuppern und was anderes als nur Wald anschauen. Wenn es keine Bauern und ihre Viecher gäbe, die sich in die Landschaft grasen, dann gäb’s tatsächlich viel mehr Wald in Österreich. Ungefähr so war es ja auch in früheren Jahrhunderten. In Kanada ist das so, im Norden Nordamerika oder auch in jenen Dörfer und Täler am italienischen Alpenbogen, deren einst bewohnte Steinhäuser seit Jahrzehnten entvölkert, jetzt still und traurig verfallen. Einsam ist es dort. Und tatsächlich sagen sich in dieser Einöde nicht nur Fuchs und Hase Gute Nacht, sondern Wölfe und Bären. Außerdem können ja nicht alle in der Stadt wohnen, wirst du vielleicht jetzt sagen. Und es macht Spaß, sich über Hinterwäldler lustig zu machen, wenn sie dann schon mal in die Stadt kommen. Also denk dran, Österreich braucht seine Bauern!

Und abschließend: 

Bei einer Nationalratswahl schließt du keinen Bund fürs Leben. Du wählst nach deiner Sympathie und deinen Werten, das aus, was dir, deinem Leben und deinen Erwartungen am ehesten entspricht. Dass Du ziemlich viel Sympathie für Bauern und deine Heimat hast, hast du ja schon bewiesen. Sei doch mal ehrlich, sonst wärst du ja nicht hier. Vielleicht konnten wir dir bei deiner Wahlentscheidung ein Stück weiter helfen. Danke, dass du uns zugehört hast.