Der Euro steht zur Diskussion: Werden wir in zehn Jahren noch damit bezahlen?


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Unkenrufe zum Ende des Euro gibt es viele. Kein Wunder, dass mit Brexit, Griechenland-Krise und der mangelnden Haushaltsdisziplin, etwa der Griechen, auch der Euro ins Gerede gekommen ist. Doch im Welthandel nützt die Gemeinschaftswährung. Hat der Euro als EU-Währung Zukunft?

Joseph Stiglitz hält alles andere als viel vom Euro. Der Nobelpreisträger gibt der EU-Währung kein langes Leben. Anders Theo Waigel. Wer Waigel hört, sieht zunächst einmal einen mächtigen Augenbrauenbogen. Und weiß vielleicht noch intuitiv deutscher Finanzminister. Das war so bis 1998. Dabei wird Waigel als Mr. Euro in die Geschichte eingehen. Gefragt, ob es den Euro in 10 Jahren noch geben werde, antwortet er: „Aber sicher! Ich bin mir sogar sicher, dass meine Beerdigung in Euro bezahlt wird.“ Der Euro sei eine starke Währung. Lauter zersplitterte Einzelwährungen täten sich gegenüber einem starken Dollar jedenfalls schwer. Zumindest die wirtschaftsstarken Deutschen haben davon seit jeher profitiert. Oder auch die Niederländer. Weil die Exportwirtschaft mit einer stabilen Währung ohne Wechselkursarithmetik gut leben kann. Das gilt aber auch für die wirtschaftlich labileren Südeuropäer: Italien müsste kapitale Zinsen zahlen. Kein Pappenstiehl: Mindestens plus 5 bis 10 %. Und dabei ist der Euro auch noch ziemlich inflationsstabil.

Maastricht-Vertrag: Seit 1999 rechnet Europa in Euro

Mit dem Sanktus unter den Maastricht-Vertrag von 1992 ist das Schicksal von Schilling, Lira und D-Mark besiegelt. Ab Jänner 1999 soll der Euro kommen. Dass die Finanzkrise 2008 letztlich so glimpflich abgelaufen ist – auch das haben die Europäer ihrer Gemeinschaftswährung zu verdanken. Finanzexperten bestätigen: Der Euro hat verhindert, dass die Länder ihre Währungen abwerten. Sicher ist, dass der Euro im Gefüge der Weltwirtschaft dabei hilft, die Balance zu halten. Innerhalb der Euro-Zone schlingerts hingegen ganz gewaltig. So gab es bereits 1999 skeptische Stimmen, die sich klar gegen einen griechischen Beitritt zum Euro ausgesprochen haben. Theo Waigel zum Beispiel. Er legt bis heute Wert drauf, dass er dagegen war. Seit 1. Jänner 2001 ist Griechenland dabei. Und mit den Griechen ein ganzer teurer Haufen Probleme.

Hat der Euro als EU-Währung Zukunft?